CUYL 005: Du hast immer unzählige Möglichkeiten!!!

Hallo,

als 12jähriger wollte ich mir eine Tasse Kakao machen. So holte ich mir eine volle Dose vom Keller. Schockiert habe ich festgestellt, dass der Deckel eingespart wurde. So habe ich die Kakaodose schlichtweg – ein bisschen zornig – mit dem Dosenöffner geöffnet!

Erst viel später habe ich den kleinen gelben Rand am Dosenboden gesehen. Es war der eigentliche Deckel! Ich hatte also die Kakaodose schlichtweg auf den Kopf hingestellt und tatsächlich den Dosenboden aufgeschnitten!

Beim ersten Anblick hatte ich aber nicht den geringsten Zweifel an meiner Dosenöffner-Lösungsvariante. So ging ich diesen schweren Weg …

Später habe ich mir wiederholt viele bessere Alternativen selber genommen, weil ich in vielen Situationen zu wenig über weitere Lösungsalternativen nachgedacht hatte.

Erst mein Coach Jarg Temme öffnete mit so richtig die Augen: Als wir mit unserem Startup im letzten Jahr zu keiner einheitlichen Meinung über Investmentquellen und Absatzstrategien kamen, schilderte ich Jarg unsere zwei Alternativen.

Jarg zeigte mir sofort, dass wir viele weitere Alternativen außer Acht gelassen hatten. Dies war der – eigentlich so einfache – Knackpunkt!:

DU HASST IMMER UNZÄHLIGE OPTIONEN!!!

Diese superpraktische Regel kannst Du überall täglich anwenden – natürlich am besten bei komplizierten Entscheidungen. Mit der folgenden einfachen Einstiegsübung kannst Du diese Regel gleich testen:

“Wer braucht mehr?” – dieser Satz stammt aus der “Deutschlandreise” von Roger Willemsen. Der amerikanische Präsident Benjamin Franklin wurde für seinen exzellenten schriftlichen Ausdrucksstil bewundert. Tatsächlich war der Ausdruck seine ursprüngliche Schwäche. Was tat er, um diese Schwäche zu beheben: Franklin suchte Sätze seiner Lieblingsautoren und formulierte diese um, manche zu Gedichte und vom Gedicht wieder zurück zur Erzählform. Auf diese Weise erwarb er ein ungeheuer großes Reservoir an Ausdrucksformen. Und mit dieser kleinen Franklin-Übung kannst Du jetzt Ausdrucksalternativen finden: 1. Finde weitere sinngleiche Sätze! 2. In jedem der Sätze darf ein Wort nur einmal vorkommen! – Viel Spaß!

 

Schiffe verbrennen!

Das extreme Gegenteil ist der Mythos der “verbrannten Schiffe”. Die eindrucksvollste Geschichte dazu erzählt vom Conquistador Hernan Cortez. Er setzt 1519 mit 700 spanischen Kämpfern von Kuba auf das mexikanische Festland über. Sein Ziel: die Eroberung des riesigen Indianerreiches von König Moctezuma. Nur waren die Indianer den spanischen Eroberern zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen. Diese Tatsache entging den spanischen Soldaten nicht, daher wollten sie zurück nach Kuba segeln. Um die spanischen Kämpfer auf den Eroberungskampf zu fokussieren, lies der Anführer Hernan Cortes alle Schiffe – die EIGENEN – Schiffe verbrennen. Nun gab es keinen Plan B (Rückfahrt nach Kuba) mehr, sondern nur mehr die Flucht nach vorne in den Eroberungskampf, der schließlich zum Sieg der Spanier führte!

Das gleiche Denksystem – der verbrannten Schiffe – verwenden regelmäßig viele “Champs” der unterschiedlichsten Disziplinen. Unter ihnen z.B. Steve Jobs von Apple oder auch Arnold Schwarzenegger. Sie betonen sogar die Wichtigkeit der vollen Konzentration auf eine einzige Option – sie hatten bewusst keinen Plan B!!!

Dein praktisches System – von der Möglichkeit zur Umsetzung:

Nun wollen wir die Idee der unzähligen Möglichkeiten in ein praktisches Ablaufsystem einbetten. Die Schritte im Überblick:

1. Liste mindestens 10 Varianten auf!

2. Entscheide: intuitiv, heuristisch mit Faustregeln oder rational nach meiner HIR-Methode, basierend auf den Forschungen von Gerd Gigerenzer! Abhängig von den verfügbaren Informationen verwendest Du einen der drei Wege. Wann Du genau welche Variante wählst, zeige ich in meinem kostenlosen HIR-Entscheidungskonzept!!! Lies dieses fundamentale Entscheidungssystem (basierend auf Gigerenzers bahnbrechenden Forschungen) genau durch und wende es an – es ist im Grunde sehr einfach!

3. Verbrenne die Schiffe: weg mit den Alternativen. Verbanne diese aus Deinem Denken! Die nicht gewählten übrigen Alternativen wirst Du nicht erleben und kannst diese daher auch nicht einschätzen. Sie spielen deshalb keine Rolle mehr!

4. Umsetzung: voller Fokus auf deine gewählte Option! Über die Qualität deiner gewählten Option entscheidest Du erst in der tatsächlichen Umsetzung. Das bedeutet: Deine getroffene Wahl ist nur so gut, wie Du diese umsetzt! Daraus kannst Du ganz leicht folgende Prämissen für die Umsetzung ziehen:

– hast Du eine Wahl getroffen, dann richte Deine volle Energie in die Umsetzung dieser getroffenen Wahl!

– richte Deine Energie auf Bereiche und Faktoren, die Du beeinflussen kannst und im Griff hast!

– Konzentriere Dich auf Deine gesteckten Ziele, die dazu angelegten Meilensteine und auf die alles umfassende Vision!

Damit hast Du ein höchst effizientes und einfaches Verfahren, das Dir vor allem in der Auswahl der richtigen Option enorm helfen wird!
 

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