Not if you are obsessed!

Im Studium mussten wir als Projekt einen hohen chinesischen Politfunktionär in Shanghai interviewen. Ziel der Aufgabe war es, das Chinesische Kultursystem “hautnah” am Praxisbeispiel kennenzulernen. So wurden wir – nachdem wir uns im Vorfeld mit dem bereits festgelegten Fragenkatalog vertraut gemacht hatten – auf das Baugelände im Süden von Shanghai gebracht, wo zwei Jahre später unterirdisch das riesige Shanghai-Musical-Theatre entstehen sollte. Unser Chinesischer Interviewpartner war der Manager des Projektes – von Peking aus eingesetzt.

Nach der formellen Begrüßung erhielten wir sogleich seine dicke Erfolgsbiographie (natürlich chinesisch) und führten unser etwas langweiliges Interview. Tatsächlich faszinierend war hingegen der junge amerikanische Dolmetscher: er übersetzte souverän und sicher zwischen Englisch und Chinesisch!

Tage zuvor machte unser Chinesisch-Professor an der Fudan Uni alle Hoffnungen auf den Erwerb der Chinesischen Sprache zu Nichte: Es sei für Ausländer schlichtweg unmöglich, die Sprache zu lernen!

Der junge amerikanische Dolmetscher aber antwortete auf diese Ansicht: NOT IF YOU ARE OBSESSED!!!! – Nicht, wenn du besessen bist!!!

Dieser einfache Satz war für mich seitdem wie ein Schlüssel, den ich in jedes “Themenschloss” stecken kann. Egal, welches Ziel Du hast, Deine Besessenheit (=Motivation, Leidenschaft, Energie, Willensstärke etc.) ist die notwendige Basis.

Hat man diesen einfachen Trick einmal begriffen, sind die folgenden Schritte doch logisch.

 

Topmotivierte Mäuse!

Zunächst aber ein kleiner Ausflug in die Wissenschaft, denn natürlich glauben wir erst, wenn der wissenschaftliche Beweis vorliegt 😉 – Hier haben mehrere unabhängige Forschergruppen anhand von Tierversuchen mit Ratten und Mäusen den Botenstoff Dopamin als Motivationsmaßstab identifiziert. Tiere mit höherem Dopaminwert waren bereit, größere Hindernisse auf dem Weg zum Futternapf zu überwinden!

 

Motivations-Fallen

“Motivation hat man also im Körper”. Deshalb müssen externe Motivations-Fallen erkannt und außer Acht gelassen werden: Äußere Umstände, Verfügbare Zeit, Glück/Zufall etc. haben nichts mit Motivation zu tun! Auch das banale “Positive Denken” gilt als gefährliche Denkfalle, da man sich dadurch bereits am Wunschziel wähnt. Denn das Gehirn kann nicht zwischen Realität und Vorstellungskraft unterscheiden!!!

Besonders schön schildert Gerd Gigerenzer das Spannungsverhältnis, indem Wirtschaftsbosse und Manager Entscheidungen treffen. Große Entscheidungen treffen sie intuitiv aus dem Bauch und müssen jedoch diese anschließend in den Gremien rational begründen! Der Witz an der Sache ist, dass diese gefühlsmotivierten Entscheidungen meist besser bzw. die richtige Wahl waren. Also Gefühl vor Verstand?

Zumindest empfinden wir Gefühle sehr stark – als Antrieb für unsere Ziele sind sie fundamental notwendig. Deshalb liegt es auf der Hand, dass wir zum Erreichen der Ziele unsere Gefühle (Motivation) dauerhaft regulieren/steuern.

 

Mein System ist einfach und wirksam und deshalb so genial:

1. Dein Ziel: Motivation ist immer auf ein Ziel bezogen! Das Ziel muss im Idealfall enorm groß und attraktiv, aber gerade noch erreichbar sein!!!

2. Warum: Wir müssen hinter das Ziel blicken und den eigentlichen Grund verstehen. Dann können wir entweder das Ziel fallen lassen, weil es nicht zu uns passt oder fühlen uns durch den Grund gestärkt!

3. Relation: Das formulierte Ziel müssen wir zu unserer aktuellen Situation mit vielen anderen Zielen und Anforderungen in Beziehung setzen. Wir zahlen für jedes Ziel einen gewissen Preis – bei großen Zielen sind das sehr hohe Preise! Wollen wir das im Einzelfall?

4. Persönlichkeit: Jeder entwickelt ein Bündel an Denkmustern, Verhaltensweisen. Bin ich ein vorsichtiger Typ, der jegliches Risiko scheut?… Für jedes Ziel gibt es in der Umsetzung unzählige Möglichkeiten (siehe Episode 5), aber genau den jeweils passenden Umsetzungsweg gilt es hier zu finden!

5. Organisieren: auf zwei Schienen: 5.1 – deine tatsächlichen Handlungen, Du musst also aktiv werden, tun, handeln, machen! 5.2 Motivation organisieren mit TURBO (Typ-Umfeld-Resultat-Belohnung-Organisation) – damit bist Du in der Umsetzungsphase und wirst Dein hohes Motivationsniveau nicht verlieren!

 

James Bond & Co:

Damit diese Episode 007 schließlich ihrer Nummer gerecht wird, hier noch ein Motivationsschub aus der Welt von James Bond: der britische Autor Stephen Grey berichtet in einem Tagesspiegelinterview, dass Geheimdienste ihre Agenten in spezieller Weise motivieren: Mit Peilsender für Waffen, Spezialpillen etc. wollen sie den Agenten vor allem glauben machen, sie seien wirklich James Bond. Das motiviert ungemein. Die wirklichen Arbeiswerkzeuge sind häufig ganz banale Dinge, wie Perücken oder Straßenkarten.

Aber sogar der britische Geheimdienst selbst wollte Bonds Mini-Atemgerät aus “Feuerball” erwerben. Als man dem Geheimdienst mitteilte, dass das Gerät gar nicht funktionierte, stellte der Geheimdienst seine Bemühungen wieder ein …

Ich wünsche Dir, dass “Dein Antrieb” sehr wohl dauerhaft funktioniert! Die gute Nachricht dabei: Für unsere Motivation sind wir selber verantwortlich! Also: let´s go!!!

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