Wieso Du verschlafen sollst? – CUYL 010

Wieso Du verschlafen sollst? Weil der späte Schlaf am morgen meistens der erholsamste Schlaf sein wird!

Wie hast Du heute geschlafen? Die Antwort auf diese Frage gibt dir auch sofort eine Prognose, wie Du den heutigen Tag erleben wirst: mit Energie aufgetankt oder müde und schlapp!

Schlaf hat unzählige gesundheitsfördernde  Funktionen. Er ist die Grundlage für unser Wohlbefinden, und deshalb lautet das Motto: Guter Schlaf kostet nicht wertvolle Wachstunden, sondern bringt  viele gesunde Tage und ein langes Leben! Deshalb habe ich mich in dieser Episode diesem Thema gewidmet:

Big Points:

  • Guter und ausreichender Schlaf sorgt für hohe Lebensqualität und lange Gesundheit
  • Schlaf in der Traum-Phase ist höchste Körperaktivität
  • Die Nacht ist die beste Schlafenszeit – siehe Nachtschicht!

 

 

CHECKLISTE – SCHLAF: Wie verbesserst Du schnell und einfach Deine Schlafqualität:

  1. Entwickle einen gleichbleibenden Rhythmus (Uhrzeit und Länge). Der Körper stellt sich darauf ein und Dein Einschlafen wie auch die Schlafqualität verbessert sich.
  2. Du musst Dich bereits Stunden vor dem Einschlafen merkbar entspannen: Keine aufreibenden Themen, kein Leistungssport. Hilfreich hingegen sind Buchlektüre oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft.
  3. Die Zeit von der letzten Mahlzeit bis zum Einschlafen soll mindestens 3 Stunden betragen. Ansonsten muss sich der Körper im Schlaf mit anstrengender Verdauungsarbeit beschäftigen und kommt nicht zur Ruhe.
  4. Frische Luft fördert einen erholsamen Schlaf. Im Winter bieten sich offene Türen an, ab dem Frühjahr können Fenster geöffnet werden. Die ideale Schlaftemperatur liegt zwischen 15 – 18 Grad.
  5. Eine dunkle Umgebung fördert die Schläfrigkeit, weil der Körper mehr Melatonin produziert.
  6. Wenn Du nicht einschlafen kannst, dann steh´auf und beschäftige dich mit ruhigen Dingen bis du merkbar schläfrig wirst.

 

Wichtiges zum Schlaf:

  • In einer normalen Schlafnacht durchlaufen wir zwischen 20 – 30 Wachphasen, viele davon unbewusst.
  • Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kurzschläfer (benötigen ca. 5 Stunden Schlaf) und Langschläfer (benötigen ca. 9 Stunden Schlaf)
  • Das Hormon Melatonin steuert die Schläfrigkeit und ist auch während der Schlafenszeit von zentraler Bedeutung. Bei viel Tageslicht, etwa im Sommer, produziert unser Körper weniger Melatonin. Im Winter ist das Gegenteil der Fall. Dies ist auch einer der Erklärungsansätze für Frühjahrsmüdigkeit und das erhöhte Schlafbedürfnis vieler Menschen im Winter.
  • In der Schlafenszeit konzentriert sich das Immunsystem auf die Abwehr von Krankheitserregern und bekämpft Entzündungen.
  • In der Non-REM Phase gehen Blutdruck und Herzschlag zurück. In einer Schlafnacht werden so durchschnittlich 10 % der Tagesleistung eingespart. Menschen, die zu wenig schlafen, sind folglich anfälliger für Schlaganfälle, chronische Brustschmerzen, Herz-Rhythmus-Störungen und Herzinfarkte.
  • In der Tiefschlafphase (ca. 4 Stunden nach dem Einschlafen) produziert der Körper Wachstumshormone, welche neben dem Wachstum auch für den Muskelaufbau und für die Reparatur beschädigten Gewebes verantwortlich sind.
  • Im Tiefschlaf wiederholt das Gehirn nochmals aufgenommenes Wissen und lädt es vom Hypocampus in den Cortex zur langfristigen Speicherung hoch!
  • Durch Schlafmangel werden die Hormone gestört, welche den Insulinspiegel regulieren. Schlafmangel erhöht die Wahrscheinlichkeit von Diabetes.
  • Schlafen und Träumen hilft beim Problemlösen: Im Traum werden alte mit neuen (auch unbewussten) Informationen gemischt, sodass daraus neue Lösungsansätze entstehen: also “über eine Sache schlafen” kann tatsächlich zur Lösung führen bzw. das Problem klären.
  • Kinder träumen genau so viel wie Erwachsene, haben aber mehr Albträume, weil sie Angstzustände noch nicht so gut verarbeiten können.

 

Viele große Persönlichkeiten haben mit Schlaf- und Wachzeiten regelmäßig experimentiert:

Newton, Leonardo Da Vinci, Winston Churchil, Margareth Thatcher reduzierten ihren Schlaf auf 4 Stunden, während Albert Einstein regelmäßig 10 Stunden Schlaf benötigte.

Nicola Tesla arbeitete in seinen jungen Jahren als Assistent im Labor von Thomas Edison: Seine Arbeitszeit war regelmäßig von 12.30 bis 5 Uhr früh – ohne Pause!

 

Schlafmangel und Schlafreduzierung führen zu ausfällen von Körperfunktionen und Krankheiten – bis zum Tod.

Der Journalist Tom Mitchelson von der Daily Mail zwang sich in einem von Wissenschaftlern begleiteten Experiment, mit nur zwei Stunden Schlaf pro Tag auszukommen.

Dafür startete er zunächst mit dem sogenannten Modell „Ubermann“, bei dem er nur alle vier Stunden für jeweils 20 Minuten schlafen durfte.

Damit – so rechnete er – könne er pro Woche 42 Stunden, pro Jahr 91 Tage “in das bewusste Leben” holen.

Sein Erfolg blieb ihm jedoch versagt. Nach 90 Stunden, also knapp 4 Tagen, wurde das Experiment abgebrochen: Er hatte nach dieser Zeit lediglich 1 Stunde und 30 Minuten geschlafen. Sein körperlicher Zustand war verherrend:

Mitchelson bekam ernsthafte Schwierigkeiten mit der Ausführung von ganz alltäglichen Tätigkeiten,

  • wie zum Beispiel im Supermarkt für seine Einkäufe zu bezahlen
  • oder eine einfache Frage zu beantworten.
  •  Er unterlag schweren Stimmungsschwankungen und bekam angstähnliche Zustände, weil er wusste, dass er sich auch beim nächsten Kurzschlaf nur für maximal 20 Minuten hinlegen dürfte.

Seine Lebensfunktionen reduzierten sich auf 20 – 50 %

Mitchelson stellte auf das Modell “Everyman” um:

3 Stunden Schlaf von 2 bis 5 Uhr in der Früh. Ab 10 Uhr vormittags nach jeweils 4 Stunden eine Schlafenszeit von 20 Minuten. Mit diesem Modell ging es ihm merkbar besser.

 

Die Nacht ist die beste Schlafenszeit!

Dieses Faktum wird laufend durch wissenschaftlichen Studien an Berufsgruppen mit häufigen Nachtschichten festgestellt:

So weisen Krankenschwestern und Stewardessen ein um 70 % höheres Brustkrebsrisiko auf, während bei Piloten ein um 40 % erhöhtes Risiko für Prostatakrebs festgestellt wurde.

Auch wenn diese Berufsgruppen ihre Schlafenszeit in den Tag verlegen, so weisen sie trotzdem nach mindestens 5 Jahren mit wechselnden Nachtschichten ein um 11 % erhöhtes Sterblichkeitsrisiko auf!

Dieser Umstand ist äußerst bedenklich, zumal 10 % aller Berufstätigen regelmäßig Nachtschichten leisten!

Schreibe einen Kommentar